Důležitá mohou být mangrovová území.

Bahrain sucht nach Wegen, seine Haie besser zu schützen. Wissenschaftler nutzen DNA aus dem Meerwasser

Bahrain startet ein ehrgeiziges Projekt, das darauf abzielt, herauszufinden, was wirklich mit den Hai- und Rochenpopulationen in seinen Gewässern geschieht. Obwohl das Land vom Meer umgeben ist, gab es bis vor kurzem nur sehr wenige systematische wissenschaftliche Daten über die lokalen Knorpelfischpopulationen. Forscher haben daher begonnen, mehrere Methoden zu kombinieren, wobei eine der interessantesten die Umwelt-DNA, bekannt als eDNA, ist.

Das Projekt wird von der Meeresbiologin Reem AlMealla in Zusammenarbeit mit Nuwat for Environmental Research & Education und anderen Partnern geleitet. Die Forschung konzentriert sich darauf, welche Hai- und Rochenarten in bahrainischen Gewässern vorkommen, wo sie auftreten, wie sich ihr Vorkommen im Laufe des Jahres ändert und ob einige Standorte als wichtige Gebiete für Jungtiere dienen. Die Save Our Seas Foundation bezeichnet das Projekt als aktives Schutz- und Forschungsprojekt, das sich auf die Erstellung grundlegender Daten über bahrainische Knorpelfische konzentriert.

Die ersten spezialisierten eDNA-Untersuchungen von Haien und Rochen in Bahrain fanden 2025 statt. Das Team plante Probenahmen in drei verschiedenen Perioden – im August, Dezember und April – um die heißeste, kälteste und Übergangszeit des Jahres vergleichen zu können. Dies ermöglicht ein besseres Verständnis nicht nur der bloßen Anwesenheit einzelner Arten, sondern auch ihres saisonalen Vorkommens.

DNA im Wasser versteckt

Jedes Tier gibt im Laufe seines Lebens geringe Mengen genetischen Materials an die Umwelt ab. Im Wasser können so beispielsweise mikroskopische Gewebeteile, Zellen oder andere biologische Spuren verbleiben. Wissenschaftler entnehmen eine Wasserprobe und können im Labor genetische Informationen daraus gewinnen, die sie anschließend mit der DNA bekannter Arten vergleichen können.

Der Vorteil ist, dass die Wissenschaftler den Hai nicht zuerst finden, fangen oder markieren müssen. Wenn er sich kürzlich in einem bestimmten Gebiet aufgehalten hat, kann im Wasser genügend genetische Spur verbleiben, um seine Anwesenheit zu erfassen. Die Methode ist daher besonders interessant an Orten, wo Haie selten, scheu oder auf großen Distanzen unterwegs sind.

Genau das nutzt das bahrainische Projekt. Die eDNA allein ist jedoch nicht die einzige Methode. Die Forscher kombinieren sie beispielsweise mit BRUV-Kamerasystemen, Fischmarktuntersuchungen und anderen Datenerfassungsmethoden. Ziel ist es, ein möglichst genaues Bild davon zu erhalten, welche Knorpelfische in Bahrain leben und wie sie die lokale Umgebung nutzen.

Im Januar 2026 kündigte das Team einen weiteren wichtigen Schritt an. Da eDNA eine qualitativ hochwertige Referenzdatenbank benötigt, anhand derer die gefundenen genetischen Fragmente bestimmten Arten zugeordnet werden können, begannen die Wissenschaftler mit dem Aufbau der ersten bahrainischen DNA-Referenzdatenbank für Haie und Rochen. Im Rahmen eines einjährigen Programms regelmäßiger Fischmarktuntersuchungen konnten sie 329 Gewebeproben gewinnen.

Die Bedeutung des Projekts ist umso größer, als es nach wie vor erhebliche Wissenslücken über die Haipopulationen in Bahrain gibt. Die Wissenschaftler wollen nicht nur herausfinden, welche Arten hier leben, sondern auch, wo sie sich konzentrieren, wann sie in der Region erscheinen und ob einige Orte als wichtige Gebiete für die Fortpflanzung oder Aufzucht von Jungtieren dienen.

Mangrovengebiete können wichtig sein

Einer der interessantesten Orte sind die Mangroven Bahrains. Hier wurde in der Vergangenheit beispielsweise ein junger Zitronenhai beobachtet. Eine solche Beobachtung allein bedeutet noch nicht, dass es sich um ein regelmäßiges Fortpflanzungsgebiet handelt, ist aber ein wichtiger Hinweis für weitere Forschungen. Die Wissenschaftler wollen daher herausfinden, ob in ähnlichen Gebieten wiederholt Jungtiere auftauchen und ob sie diese als Zufluchtsort in den ersten Lebensphasen nutzen.

Sollte bestätigt werden, dass einige Orte als sogenannte Kinderstuben fungieren, also Gebiete, in denen Haie zur Welt kommen oder ihre Jungtiere den ersten Teil ihres Lebens verbringen, könnte dies eine grundlegende Bedeutung für den Schutz haben. Jungtiere sind oft anfälliger als erwachsene Individuen, und der Verlust solcher Lebensräume kann langfristige Auswirkungen auf die gesamte Population haben.

Es geht nicht nur um Forschung. Die Daten sollen dem Schutz dienen

Die Ergebnisse des Projekts können die erste wirklich detaillierte Grundlage für den Schutz von Haien und Rochen in Bahrain schaffen. Dies ist nicht nur aus Sicht der Tiere selbst wichtig, sondern auch für die Entscheidungsfindung der Behörden. Ohne qualitativ hochwertige Daten ist es nämlich sehr schwierig festzulegen, welche Standorte Schutz benötigen, wann bestimmte Aktivitäten eingeschränkt werden sollten oder welche Arten in der betreffenden Region am stärksten bedroht sind.

Auf die Bedeutung eines besseren Haischutzes in Bahrain weist auch eine im Fachmagazin Integrative and Comparative Biology veröffentlichte Studie hin. Die Autorin Jenny Elliott-Bennett beschreibt darin den Weg zur Schaffung eines rechtlichen Rahmens für den Schutz von Haien in bahrainischen Gewässern. Die Forschungsergebnisse wurden dem Obersten Rat für Umwelt in Bahrain vorgelegt, und der Gesetzentwurf zum Haischutz wurde anschließend in ein umfassenderes Paket von Umweltgesetzen integriert, das 2026 ratifiziert werden sollte.

Das bahrainische Projekt kann somit ein wichtiger Schritt sein, damit sich der Schutz lokaler Haie nicht nur auf zufällige Beobachtungen, sondern auf systematische wissenschaftliche Daten stützt. Die Forscher wollen moderne genetische Methoden mit Kamerabeobachtungen, Daten von Fischmärkten und Erfahrungen der lokalen Bevölkerung verknüpfen. Ein breiteres Projekt umfasst auch Bürgerwissenschaft, die es der Öffentlichkeit ermöglicht, Hai- und Rochenbeobachtungen zu melden.

Warum ist eDNA so interessant?

Die eDNA-Methode kann für die Haiforschung sehr nützlich sein. Einige Arten sind selten, bewegen sich in großen Gebieten oder sind schwer direkt zu beobachten. Anstatt lange nach einem bestimmten Individuum zu suchen, können Wissenschaftler eine Wasserprobe entnehmen und anschließend feststellen, welche Arten in diesem Gebiet eine genetische Spur hinterlassen haben.

Gleichzeitig ist es wichtig zu verstehen, was eDNA kann und was nicht. Der Fund von DNA bedeutet nicht automatisch, dass sich der betreffende Hai gerade wenige Meter vom Entnahmeort entfernt befindet. Genetisches Material kann sich im Wasser ausbreiten und sich allmählich zersetzen. Daher ist es für ein echtes Monitoring wichtig, eDNA mit anderen Methoden zu kombinieren und die Probenahmen im Laufe der Zeit zu wiederholen. Genau deshalb ist das bahrainische Projekt interessant – es verlässt sich nicht auf eine einzige Art von Beweisen.

Im Falle Bahrains ist es zudem wichtig zu ermitteln, welche Küstenabschnitte und umliegenden Gewässer für Haie am bedeutendsten sind. Solche Informationen können anschließend bei Entscheidungen über den Schutz spezifischer Lebensräume, die Regulierung menschlicher Aktivitäten oder den Schutz empfindlicher Gebiete helfen.

Die Forschung ist auch deshalb von Bedeutung, weil Haie in Meeresökosystemen nicht nur attraktive Raubtiere sind. Sie spielen eine wichtige Rolle im Funktionieren von Nahrungsnetzen, und Veränderungen ihrer Populationen können die gesamte Gemeinschaft beeinflussen. Obwohl in den letzten Jahren immer mehr über den Schutz von Haien gesprochen wird, fehlen in vielen Regionen der Welt immer noch grundlegende Informationen darüber, wie viele Arten dort leben und wie sie die einzelnen Gebiete nutzen. Bahrain versucht nun, diese Informationslücke zu schließen.

Interessant ist auch, dass die Forschung in einer Umgebung stattfindet, die für viele überraschend ist. Bahrain liegt in der Region des Persischen Golfs, wo die Wassertemperaturen im Laufe des Jahres extreme Werte erreichen können. Trotzdem leben hier Haie und Rochen, und das Team von Reem AlMealla hat ihre Anwesenheit auch während der heißesten Periode festgestellt.

Wenn es gelingt, ein längerfristiges Monitoring abzuschließen und dessen Ergebnisse mit den geplanten Schutzmaßnahmen zu verknüpfen, kann Bahrain etwas gewinnen, was ihm bisher deutlich fehlte – ein wissenschaftlich fundiertes Bild der eigenen Haipopulationen. Und genau das kann darüber entscheiden, welche Orte in Zukunft geschützt werden und auf welche Weise.

Bahrain zeigt damit, dass moderner Haischutz nicht mit dem Fangen und Markieren beginnt. Manchmal genügt es, etwas Meerwasser zu nehmen und zu sehen, welche Geschichte sich in seiner DNA verbirgt.

 

Quellen:
Gulf Daily News – Major campaign to protect sharks in Bahrain’s waters
Save Our Seas Foundation – Investigating the lives of sharks and rays in the hottest sea on the planet through eDNA in Bahrain’s waters
Oxford Academic – Justifying, Creating and Legalising a Framework for the Protection of Sharks in Bahraini Waters

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