Riesiger Weißer Hai „Contender“ ist wieder aufgetaucht. Wissenschaftler verfolgen einen der größten Raubtiere des Atlantiks
Teilen
Wissenschaftler der Forschungsorganisation OCEARCH haben bekannt gegeben, dass sie nach mehreren Monaten ohne ein einziges Signal die Bewegung eines riesigen Weißen Hais, genannt Contender, erneut erfasst haben. Dieses beeindruckende Männchen ist etwa 4,3 Meter lang, wiegt fast 770 Kilogramm und gehört zu den größten satellitenmarkierten Weißen Haien, die jemals im Atlantik verfolgt wurden.
Sein erneutes Auftauchen bietet den Wissenschaftlern eine wertvolle Gelegenheit, die Migration eines der bekanntesten Meeresräuber besser zu verstehen. Jedes neue Signal des Satellitensenders hilft dabei, eine genauere Karte der Bewegung von Großen Weißen Haien zu erstellen und zu enthüllen, wie sie verschiedene Ozeanregionen im Laufe des Jahres nutzen.
Monate ohne eine einzige Nachricht
Contender wurde Anfang des Jahres vor der Küste Floridas während einer wissenschaftlichen Expedition von OCEARCH markiert. An seiner Rückenflosse wurde ein Satellitensender befestigt, der seine Position sendet, sobald die Flosse für einige Sekunden über die Wasseroberfläche ragt.
Nach der Markierung sendete der Hai mehrere Monate lang kein Signal. Das ist jedoch nichts Ungewöhnliches. Große Weiße Haie verbringen die meiste Zeit unter Wasser, und der Sender kommuniziert nur mit Satelliten, wenn er lange genug über Wasser ist.
Nun ist Contender jedoch wieder auf den Radarschirmen der Wissenschaftler aufgetaucht, was bestätigt, dass er seine jährliche Migration entlang der Ostküste Nordamerikas fortsetzt.
Die Reise auf Nahrungssuche
Experten gehen davon aus, dass der Hai im Sommer weiter in Richtung Cape Cod in Massachusetts und später in die Gewässer des Atlantischen Kanadas ziehen wird. Dort versammeln sich zu dieser Zeit zahlreiche Robbenkolonien, die die Hauptnahrungsquelle für erwachsene Weiße Haie darstellen.
Die Migration auf Nahrungssuche ist für diese Art völlig natürlich. Große Weiße Haie legen jährlich Tausende von Kilometern zurück und verbinden einzelne Meeresökosysteme. Dennoch ist den Wissenschaftlern immer noch nicht ganz klar, warum einige Individuen andere Routen wählen oder welche Faktoren ihre Entscheidungen beeinflussen.

Jedes Signal hat für die Wissenschaft einen enormen Wert
Die Satellitenverfolgung ermöglicht es Experten, Informationen zu erhalten, die noch vor wenigen Jahren nahezu unmöglich zu ermitteln waren. Dank dieser Daten können sie Migrationsrouten besser verstehen, wichtige Brutgebiete bestimmen oder Orte finden, an denen Haie durch Fischerei oder menschliche Aktivitäten am stärksten gefährdet sind.
Solche Erkenntnisse sind nicht nur für den Schutz der Großen Weißen Haie entscheidend, sondern auch für ein besseres Verständnis der Funktionsweise ganzer Meeresökosysteme. Spitzenprädatoren spielen eine entscheidende Rolle bei der Aufrechterhaltung des Gleichgewichts der Ozeane.
Haie sind keine Feinde
Obwohl Berichte über riesige Weiße Haie oft Ängste hervorrufen, erinnern Experten daran, dass ihre Anwesenheit ein Zeichen für einen gesunden Ozean ist. Große Weiße Haie jagen den Menschen nicht gezielt, und der größte Teil ihres Lebens spielt sich weit entfernt von den Orten ab, an denen Menschen gewöhnlich schwimmen.
Die Geschichte von Contender zeigt, wie moderne Technologien unsere Sichtweise auf diese faszinierenden Kreaturen verändern. Statt reißerischer Schlagzeilen erhalten Wissenschaftler heute präzise Daten, die dazu beitragen, sowohl die Haie als auch die Meeresumwelt zu schützen, deren unverzichtbarer Bestandteil sie sind.
Autor: Miri Svobodová
Quelle: OCEARCH, New York Post