Žralok skřetí (Mitsukurina owstoni) v hlubokomořském prostředí – živoucí fosilie s charakteristickým plochým rypcem a vysouvacími čelistmi

Lebendes Fossil aus der Tiefe: Wissenschaftler haben zum ersten Mal einen Koboldhai in seinem natürlichen Lebensraum gefilmt

Die Ozeane sind immer noch voller Geheimnisse, und eine der neuesten Entdeckungen bestätigt dies nur. Einem internationalen Wissenschaftlerteam ist es zum ersten Mal überhaupt gelungen, einen lebenden Koboldhai (Mitsukurina owstoni) in seinem natürlichen Lebensraum tief unter der Meeresoberfläche zu filmen. Dies ist ein außergewöhnlicher Durchbruch, da diese Art zu den am wenigsten erforschten Haien der Welt gehört.

Der Koboldhai wird oft als „lebendes Fossil“ bezeichnet. Seine evolutionäre Linie reicht über 100 Millionen Jahre zurück, und sein Aussehen hat sich in dieser Zeit nur sehr wenig verändert. Deshalb fasziniert er Wissenschaftler und Liebhaber des Meereslebens auf der ganzen Welt. Auf den ersten Blick wirkt er fast wie eine Kreatur aus einer anderen Welt. Er hat eine lange, flache Schnauze, einen rosafarbenen Körper und vor allem einzigartige ausfahrbare Kiefer, die er während der Jagd mit einer Geschwindigkeit nach vorne schnellen lassen kann, die bei anderen Haien nicht zu sehen ist.

Bisher kannten Wissenschaftler den Koboldhai hauptsächlich nur von verendeten Exemplaren oder solchen, die zufällig von Fischernetzen aus großen Tiefen gezogen wurden. Die Beobachtung eines lebenden Exemplars in seinem natürlichen Lebensraum war extrem selten. Der Hauptgrund dafür ist die Tatsache, dass diese Art Hunderte bis Tausende von Metern unter der Oberfläche lebt, wo nur minimales Licht eindringt und die Forschung technisch sehr anspruchsvoll ist.

Die neuen Aufnahmen wurden mit speziellen Tiefseekameras während Expeditionen im Pazifik gemacht. Einer der Haie wurde in der Nähe der Insel Jarvis aufgenommen, ein weiterer im Bereich des Tonga-Tiefseegrabens. Die Wissenschaftler waren nicht nur von der Beobachtung selbst überrascht, sondern auch vom Verhalten des Hais. Dank der Aufnahmen können sie zum ersten Mal detailliert seine Bewegung, seine Schwimmweise und seine Reaktionen auf die Umgebung studieren.

Laut Experten stellt diese Entdeckung einen wichtigen Schritt zu einem besseren Verständnis des Lebens in den tiefen Ozeanen dar. Gerade die Tiefsee-Ökosysteme gehören zu den am wenigsten erforschten Orten auf dem Planeten, und viele Arten bleiben hier im Verborgenen. Jede ähnliche Aufnahme kann neue Erkenntnisse darüber liefern, wie sich diese Tiere an extreme Bedingungen angepasst haben.

Der Koboldhai erinnert uns gleichzeitig daran, wie wenig wir noch über die Ozeane wissen. Obwohl die Menschheit Raumsonden ins All schicken und ferne Planeten erforschen konnte, bleibt ein großer Teil der Meerestiefen unerforscht. Und genau dort könnten weitere faszinierende Entdeckungen warten.

Diese Forschung ist ein Beweis dafür, dass die Ozeane auch im Jahr 2026 noch überraschen können. Der Koboldhai, den viele für einen der seltsamsten Haie der Welt halten, hat uns erneut gezeigt, dass die Natur viel vielfältiger und geheimnisvoller ist, als wir oft erkennen.

Autor: Miri Svobodová

Quelle: Journal of Fish Biology, Live Science (2026)

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